Orthokeratologie-Linsen: Die Sehkorrektur kommt im Schlaf!

Wie funktioniert dieser Linsentyp?

Beim Orthokeratologie-Verfahren werden über Nacht spezielle Kontaktlinsen getragen, welche die oberste Hornhautschicht in eine optisch optimierte Form bringen.
Die Orthokeratologie-Linse wird so auf das Auge angepasst, dass sie im Zentrum einen sanften Druck und gegen den Rand einen leichten Zug erzeugt.

Damit wird die Hornhaut des Auges so verändert, dass für eine volle Sehschärfe ohne Korrektur möglich wird. Ohne regelmässiges Tragen der „Nachtlinsen“ bildet sich die natürliche, unkorrigierte Hornhautform wieder zurück.

Hat man damit Erfahrung?

Die Orthokeratologie wird seit rund 40 Jahren angewandt. Neu ist, dass heute verbesserte, hoch sauerstoffdurchlässige Materialien verwendet werden. Diese machen die Behandlung sehr viel schneller und bequemer und zudem bedeutend präziser kalkulierbar.

Was sind die Vorteile?

  • Die volle Sehschärfe ohne Korrektur, Tag und Nacht (auch mit eingesetzten Linsen).
  • Die Korrektur kann jederzeit angepasst werden.
  • Keine Probleme mit Staub oder Chemie (Handwerker, Coiffeusen)
  • Keine zusätzliche Irritationen bei Heuschnupfen.
  • Kein zusätzliches Austrocknen der Augen am Bildschirm usw.
  • Kein Verlust oder Verschieben von Linsen oder Brillen bei Kampfsportarten, Wassersport usw.
  • Gegenüber konventionellen Kontaktlinsen ein reduziertes Infektionsrisiko in medizinischen Berufen.
  • Keine erhöhte mechanische Empfindlichkeit bei Schlägen und Druckbelastungen (im Gegensatz zu operativen Methoden).
  • Da meist nur noch eine Tragzeit von etwa 6 Stunden innert 24 Stunden notwendig ist, wird die Belastung des Auges reduziert.
  • Diese Korrektur ist zu 100% reversibel. Das heisst, wenn diese Linsen 14 Tage nicht mehr getragen werden, ist die Struktur des Augengewebes und der Sehfehler wieder wie vorher. Dies im Gegensatz zur operativen Korrektur einer Kurzsichtigkeit.
  • Seit September 2010 können auch Mehrstärkenkorrekturen mit Nachtlinsen gemacht werden.

Was sind die Nachteile?

  • Es müssen die grundsätzlichen Voraussetzung zum Tragen von Kontaktlinsen gegeben sein
  • Bestimmte Arten von Hornhautverkrümmungen können nicht mit Nachtlinsen korrigiert werden.
  • Es können nur sehr schwache Weitsichtigkeiten korrigiert werden.
  • Kurzsichtigkeit (Myopie) kann zur Zeit bis etwa -8.0 Dioptrien korrigiert werden.
  • Es benötigt etwas Geduld: Die volle Sehschärfe bleibt erst nach einiger Zeit den ganzen Tag stabil (es können aber -Kontaktlinsen getragen werden).
  • Zu Beginn sind relativ viele Kontrolluntersuchungen notwendig.
  • Bei Keratokonus ist eine Anpassung dieser Linsen nicht möglich.
  • Nachts kann es, vor allem zu Beginn, ein leichtes Überstrahlen von Lichtern geben.
  • Bei Korrekturen über -2.0 Dioptrien ist innerhalb von 24 Stunden, mindestens 6 Stunden Tragen der Linsen im Schlaf nötig.
  • Nachtlinsen benötigen sorgfältige Pflege. (Zeitaufwand am Morgen etwa 3 Minuten)
  • Gegenüber der refraktiven Chirurgie, hat die Nachtlinsen den Nachteil, dass eine Kontaktlinse gehandhabt werden muss.

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